Landkreis Gießen - Super-Vectoring aktuell nur für 8000 Haushalte im Landkreis Gießen

Gießener Anzeiger vom 07.08.2018

KREIS GIESSEN - (vb). In Sachen schnellem Internet ist im Landkreis viel in Bewegung. Gerade ist die Ausbaustufe zwei abgeschlossen worden, wodurch 99 Prozent der Haushalte eine Bandbreite von 30 Mbit haben sollten (der Anzeiger berichtete). Die dritte Ausbaustufe ist in Planung.

Aber auch ohne, dass irgendwo Straßen aufgerissen und neue Kabel verlegt werden, können die Bürger höhere Bandbreiten bekommen. Die Stichworte dazu lauten "Vectoring" und "Super Vectoring". Details wurden bei einem Pressegespräch im Fernwälder Rathaus erläutert.
Ein Internet-Anschluss mit "Vectoring" ermöglicht eine Bandbreite von bis zu 100 Mbit, bei "Super Vectoring" können es bis zu 250 Mbit sein. Auch die Uploadraten steigen entsprechend. Allerdings profitiert momentan nur ein kleiner Teil der Haushalte im Landkreis Gießen von diesen Technologien. Stefan Becker, Geschäftsführer der Breitband Gießen GmbH, nannte eine Zahl von 8000 Haushalten. Und diese sind quasi über den gesamten Kreis verteilt, es gibt keine Schwerpunkte. Innerhalb von zwei Jahren sollen aber alle Anschlüsse umgestellt worden sein.
Becker berichtete, dass die Höhe der Bandbreite abhängig von der Entfernung des Hauses vom Kabelverzweiger sei. Die neue Technologie ist seit vergangener Woche buchbar. An manchen Stellen sei es so, dass die eine Seite eine doppelt so hohe Bandbreite wie die andere Straßenseite habe. Fernwalds Bürgermeister Stefan Bechthold, der Vorsitzende des Beirats der Breitband Gießen GmbH, berichtete, dass zum Beispiel in Albach "Vectoring" angeboten werde. "Am Ende des Tages werden das alle haben wollen", meinte er.
Wer wissen will, wann es bei ihm soweit ist, schaut auf die Internetseite www.breitband-hessen.de/home/ und kontaktiert die Ansprechpartner für Privatkunden (Mario Rustler) und Geschäftskunden (Andrea Müller). Die Provider wie Telekom, Vodafone oder 1&1 würden die Kunden schriftlich informieren, sobald die höheren Bandbreiten möglich sind. Es gibt dann keine Verpflichtung umzustellen. Wer mit seiner bisherigen Bandbreite zufrieden ist, muss nichts tun. Becker wies einschränkend darauf hin, dass noch bestehende Analog-Anschlüsse abgeschaltet würden. Betroffene erhielten dazu aber ebenfalls Post von ihrem Provider.
Das große Thema des nächsten Jahres werde sein, Glasfaser direkt in die Häuser zu legen. Bislang wird auf der sogenannten letzten Meile noch das Kupferkabel genutzt. Bechthold betonte, dass im Bezug auf die Förderung Druck auf Bund und Land ausgeübt werden müsse. Es könne nicht sein, dass diejenigen, die in Vorleistung getreten sind, nun nicht mehr gefördert würden.